LITERARY APRIL – gelesen, gehört, gesehen

Hello hello!

Viellicht ist es euch ja schon aufgefallen, aber ich bin absolut nicht gut darin, Einleitungen und Intros zu verfassen. Am liebsten würde ich sie weglassen, weil das meiste darin eh bloß „Oh-es-ist-so-schönes-Wetter-wie-schön-wäre-heute-eine-Maiwanderung“-Geschwafel ist, das rein gar nichts mit dem folgenden Inhalt zu tun hat. Irgendwie will ich auch nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Jetzt wo ich aber schon mal hier bin…

G E L E S E N

Blind Kiss von Renée Carlino

Ich mache kein Geheimnis um meine Liebe für den Schreibstil von Renée Carlino und meiner Begeisterung für das besondere Etwas, das sie immer wieder in ihre Geschichten einbringt. Auch Blind Kiss hat mich auf vielen Ebenen tief berührt, mit der Geschichte von zwei Menschen, die eine so enge Verbindung zueinander haben, dass es nur schwer vorstellbar ist, dass sie aus den richtigen Gründen nicht einfach ein Paar sind.

Leider gab es gegen Ende des Buches einen Aspekt, der mir die ganze Geschichte derart versaut hat, weil die beiden Charaktere auf eine Art und Weise damit umgegangen sind, die ich einfach nicht gut finde. Es klingt dramatisch, aber in mir ist eine kleine Welt zusammen gebrochen, als ich diese Seiten gelesen habe. Ich möchte hier nicht Spoilern und will auch niemandem vorschreiben, wie schwer man diesen Aspekt in der Bewertung Gewichten sollte. Ich persönlich gebe dem jedoch viel Gewicht, was zu einer überraschend niedrigen Bewertung führt.

2/5 Sterne

Strafe von Ferdinand von Schirach

Hierbei handelt es sich um eine Sammlung aus Kurzgeschichten, in denen von Schirach von echten Fällen aus dem Bereich der Justiz berichtet. Zentral geht es in den Kurzgeschichten um die Strafe, die die Personen für ihr Handeln bekamen, oder auch nicht.

Ich habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen, weil mich die Geschichten so sehr in den Bann gezogen haben, dass ich es nicht weglegen konnte. Dabei wird nichts reißerisch dargestellt, sondern eher relativ trocken erzählt, was beim Lesen eine Art von Schock und Ironie der Dinge zugleich auslöst.

5/5 Sterne

Girl, Woman, Other von Edna O’Brien

Auch hier handelt es sich um eine Sammlung aus 12 Portraits von unterschiedlichen Women of Color, die jedoch alle irgendwie miteinander verstrickt sind. Jede Frau hat eine Geschichte, die von ihren individuellen Kämpfen ihres Lebens berichtet, zeigt, dass unterschiedliche Phänomene, wie Rassismus, Homophobie, Gewalt/Unterdrückung, zwar vielen Menschen widerfahren, doch jeder erlebt sie und ihre Auswirkungen auf sich selbst individuell.

Leider konnte mich nicht jedes Portrait so catchen, dass ich dauerhaft hellauf begeistert am Lesen war. An sich hätte jedes Portrait für sich stehen können, aber dadurch, dass immer mal wieder Hints auf die Verbindungen zwischen den Frauen kamen, war ich meistens einfach nur verwirrt und hatte das Gefühl, ich kann das Ganze nicht so richtig überblicken.

Einige inhaltliche Aspekte haben mich sehr zum Nachdenken angeregt und tun dies auch immer noch. Ich würde ihnen nicht gerecht werden, wenn ich sie jetzt hier nur kurz erwähne und anreiße… vielleicht gibt es dazu ja mal noch einen extra Post.

Zuletzt war für mich am schwierigsten aber der Schreibstil des Buches. Es wurde ohne Satzzeichen geschrieben und hatte etliche Absätze, um einzelne Aussagen voneinander zu trennen. Zudem waren einige Passagen in so extremem Slang verfasst, dass ich sie als nicht Muttersprachler (hab das Buch auf englisch gelesen) leider nicht verstehen konnte.

Ich glaube dieses Buch hat viel Potenzial, um Themen anzusprechen, die dringend angesprochen werden müssen. Und die Autorin hat hier so liebevoll 12 Frauen eine Stimme gegeben, die allesamt gehört werden sollen. Deshalb gibt es für dieses Buch von mir definitiv eine Leseempfehlung, die sich womöglich nicht zwingend in meinem Rating widerspiegelt.

3.5/5 Sterne

Final Girls von Riley Sager

In diesem Thriller verstecken sich mehrere Horrorgeschichten auf einmal. Denn die Protagonistin ist die einzige Überlebende aus einem Massaker, dass zu ihrer College Zeit einer Handvoll ihrer Freunde das Leben kostete. Außer ihr gibt es noch zwei weitere „Final Girls“, bis eine von ihnen stirbt und die andere plötzlich auftaucht und das Leben der Protagonistin unerwartet auf den Kopf stellt.

Irgendwann hab ich aufgehört, die Plot Twists mitzuzählen oder zu versuchen, sie vorherzusehen. Es war spannend, unvorhersehbar-vorhersehbar und blutig. Allerdings waren die ersten beiden Drittel im vergleich zum letzten Drittel des Buches irgendwie etwas lahm – was allerdings erst auffällt, wenn es dann am Schluss richtig rund geht.

4/5 Sterne

The Hating Game von Sally Thorne

Eine typische Haters-to-Lovers Story, die sich zwischen zwei Kollegen abspielt, die ordentlich Energie darauf verschwenden, einander böse Blicke zuzuwerfen. Aber anscheinend lohnen sich die Blicke ja irgendwie…

Eine super leichte Story, die mich wirklich gut unterhalten hat. Hier und da waren mir ein paar Gründe bzw. Anlässe für das Handeln der Personen ein wenig zu schwach oder schlichtweg nicht ersichtlich, aber gestört hat mich das im Endeffekt nicht besonders.

4/5 Sterne

Conversations With Friends von Sally Rooney

Das Buch erzählt von Beziehungen und Dynamiken zwischen einer Handvoll Personen: Ex-Girlfriends Bobbi und Frances, die auf das verheiratete Paar Melissa und Nick treffen. Wie eine Kettenreaktion entwickeln sich Verbindungen, Gefühle und neue Interaktionen, die von Sally Rooney so neutral beschrieben werden, dass man sie gar nicht in Frage stellen kann.

Und genau das mochte ich mal wieder sehr daran. Es sind Dinge geschehen, die irgendwie nicht gut waren – unehrlich, unkonventionell, falsch… und ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, die Autorin möchte mir durch das Buch vermitteln, dass ich diese Dinge nun gut oder romantisch finden soll. Sie hat es mir überlassen, den Inhalt des Buches zu bewerten. Dadurch sind viele Gedanken in mir ausgelöst worden, für die ich sehr dankbar bin.

Natürlich, und ich glaube, das soll auch genauso sein, waren mir nicht alle Charaktere im Buch sympathisch. Ähnlich ging es mir auch bei Normal People, dass mich aber ein Fünkchen mehr begeistert hat und dem irgendwie noch ein gewisser Zauber inne lag, der mir bei Conversations With Friends gefehlt hat.

4/5 Sterne

Such A Fun Age von Kiley Reid

Es fällt mir schwer, den Inhalt des Buches kurz und knapp wiederzugeben. Im Grund geht es um eine junge, dunkelhäutige Frau, an deren Beispiel erzählt wird, auf welche Art und Weise ihre Mitmenschen auf sie reagieren und wie sie glauben, sich vermeintlich verhalten zu müssen, aufgrund ihrer Hautfarbe.

Das Buch ist sehr erfrischend, weil es eine etwas andere Erzählweise hat. Geschrieben in der dritten Person, wird deutlich, wie vorbelastet der Umgang zwischen Menschen unterschiedlicher Ethnien sein kann und wie sehr man sich, trotz bester Absichten, in irgendwelche Umgangsweisen verrennt, die genau das Gegenteil aussagen, von dem, was man hofft auszudrücken.

Ich war beim Lesen immer ein wenig auf der Suche nach dem Plot oder DER Message des Buches. An manchen Stellen dachte ich kurz – ah, jetzt hab ichs, hier steht es! Und dann kam es mir doch wieder vor, als würde alles in eine andere Richtung gehen. Trotzdem nehme ich Einiges aus dem Buch mit und finde die Auseinandersetzung mit Themen wie Rassismus, Klasse, Erwachsenwerden, Ansprüche und Träume haben und den Einfluss, den das Fremdbild anderer auf die eigene Person hat, sehr spannend und gut gelungen.

4.5/5 Sterne

G E H Ö R T

Dream Again von Mona Kasten (Hörbuch)

Das fünfte Mal in Woodshill – ich habe mich darauf gefreut und wurde nicht enttäuscht. Die Dynamik zwischen den Protagonisten war dieses Mal eine etwas andere als in den vorherigen Again-Büchern, da die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit hatten. Das hat mir gut gefallen und hat ein wenig frischen Wind gebracht.

Auch, wenn das Ende absolut unrealistisch ist (nicht auf der Gefühlsebene, sondern die Lebensumstände der Personen…) war es eine wirklich schöne Geschichte, die sich super als Hörbuch für kuschelige Stunden zuhause geeignet hat.

Betreutes Fühlen mit Atze Schröder und Leon Windscheid (Podcast)

Auch wenn ich erst wenige Folgen des Podcasts angehört habe, bin ich direkt zu Beginn über eine Folge gestolpert, die mich persönlich sehr angesprochen und mich bereichert hat. Es ist die Folge über „Die gute Wut in dir“ (because I have a lot of that sometimes!), in denen das Gefühl Wut diskutiert wird. In jeder Folge wird jedoch ein anderes Gefühl/emotionales Phänomen thematisiert, was das ganze sehr persönlich seitens der Sprecher und sehr nachvollziehbar für die Hörer macht.

An dieser Stelle verweise ich einfach mal grundsätzlich für Podcast-Empfehlungen an Michéle (@micheles.chapters), weil die meisten Podcasts die ich höre und hier an euch empfehle, hab ich zuerst von ihr empfohlen bekommen. 🙂

G E S E H E N

Die Telefonistinnen (Serie)

Auch wenn ich selten historische Romane lese, mag ich das bei Serien oder Filmen ganz gerne. Die Telefonistinnen erzählt von eine Reihe spanischer Frauen, die im Jahr 1928 bei einem Telekommunikationsunternehmen in Madrid arbeiten. Jede von ihnen hat mit ihrem eigenen Schicksal zu kämpfen und doch unterstützen sie sich gegenseitig. Für Fans von Kostümfilmen ist diese Serie wie gemacht.


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