LITERARY MÄRZ – gelesen, gehört, gesehen!

Ein wenig später würde es schon wieder anders sein, der morgige Tag würde kommen und der Tag danach und ein weiteres Jahr. Und vielleicht waren wir dann verändert, würden nie wieder genauso zusammensitzen. Der eine oder andere von uns mochte weggehen, leiden oder sterben; eine unbekannte, unsichtbare Zukunft erstreckte sich vor uns, die wir vielleicht weder so gewollt noch so geplant hatten. Doch dieser Moment war sicher, an ihn konnte nicht mehr gerührt werden.

aus Rebecca von Daphne du Maurier

Mein Buchzitat des Monats könnte nicht besser zu unserer aktuellen Zeit passen, dabei erschien das Buch bereits im Jahr 1938. Aber es ist auch ein Klassiker der Literatur und damit in gewisser Weise auch irgendwie zeitlos.

Da mein Lesemonat März um einiges „besser“ verlaufen ist, als der Februar, will ich hier gar nicht so viel Zeit verlieren und lege gleich los:

G E L E S E N

Rebecca von Daphne du Maurier

Eine junge Frau, die einen reichen Witwer heiratet und auf dessen vornehmes Anwesen zieht – klingt nach einem romantischen Plot. Aber so wirklich romantisch ist das Ganze irgendwie doch nicht, denn die verstorbene Ehefrau, Rebecca, scheint auf dem Anweisen noch immer mehr als präsent zu sein.

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber definitiv nicht, dass es so düster und spannend wird. Die erste Hälfte des Buches empfand ich als sehr langatmig und frustrierend, da sie sehr von ausführlichen Beschreibungen und dem geringen Selbstwertgefühl der namenlosen Protagonistin geprägt war. Nach dem ersteh großen Plottwist ging es dann aber richtig los und entwickelte sich zu einem regelrechten Page-Turner!

4/5 Sterne

Ich wünschte wir wären noch Freunde von Jetta Heinen

Die Beerdigung eines alten Schulfreundes bringt vier Menschen wieder zueinander, die einmal weitaus mehr als nur Mitschüler gewesen waren. Doch zwischen damals und jetzt liegen nicht nur viele Jahre, sondern auch die vier Welten in denen sie mittlerweile leben.

Ein unheimlich sensibles Buch über das Erwachsenwerden, über Bindungen und Beziehungen, Liebe und Leben. Ich habe mich sehr gefreut, es als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen und kann es euch wärmstens empfehlen, wenn ihr euch von einer authentischen Geschichte berühren und zum Nachdenken anregen lassen wollt.

5/5 Sterne

Untenrum frei von Margarete Stokowski

In diesem Werk erzählt Margarete Stokowski von ihren eigenen Erfahrungen des Aufwachsens, wie sie Sexualität kennenlerne, erlebte und was sie über die Jahre hinweg darüber dachte und heute denkt. Mit viel Ehrlichkeit und Humor lässt sie Leser*innen daran teilhaben, wie sie das erste Mal von Feminismus erfuhr und was all das in ihr auslöste.

Ein unglaublich persönliches Buch, dass trotzdem objektiv bleibt. Eins, dass man eigentlich jedem schenken kann, weil es um Dinge geht, die uns alle irgendwie betreffen. Weil wir ja eine Gesellschaft sind und unser Zusammenleben gemeinsam gestalten. Zudem ist Stokowskis Schreibstil so angenehm und „normal“, dass man fast das Gefühl hat, eine sehr lange E-Mail einer guten Freundin zu lesen.

5/5 Sterne

Melmoth von Sarah Perry

Melmoth, die Frau in Schwarz, kommt zu denen, die Unrecht getan haben, denn sie sieht alles, hört alles und nichts bleibt ihr verborgen. Es gibt viele Zeitzeugen, die Melmoth getroffen haben wollen. Begegnungen, die unter die Haut gehen. Musst auch du fürchten, dass Melmoth dich aufsucht?

Ich mach es kurz: Ich habe dieses Buch GELIEBT.

Bereits beim ersten Kapitel war ich hin und weg. Der Schreibstil (habe es auf Englisch gelesen) ist sehr eloquent und poetisch, was dem Buch allein dadurch schon eine gewisse Atmosphäre verleiht. Es wechselt zwischen der Gegenwart und den Aufzeichnungen von Personen aus der Vergangenheit, die von ihren Erfahrungen mit Melmoth berichten. Vor allem diese Aufzeichnungen waren unheimlich spannend, schockierend und grausam. Das Buch nimmt klein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, das verdorbene, schlechte Innere einer Person zu beschreiben. Es hat mich wirklich gepackt und in eine ganz andere Realität entführt. Große Empfehlung für alle Fantasy, Horror und Historic Fiction Fans.

5/5 Sterne (definitiv eines meiner Jahreshighlights!)

G E H Ö R T

Wir sind das Klima von Jonathan Safran Foer (Hörbuch)

Dieses Buch erklärt nicht nur, warum wir unbedingt etwas gegen den Klimawandel tun müssen, sondern auch, warum so viele immer noch nichts dagegen tun. Der Autor hat sich die Mühe gemacht zu ergründen, wieso die Dringlichkeit des Klimawandels in vielen Gesellschaften noch nicht angekommen ist, warum es uns so schwer fällt, unsere Lebensweisen zu überdenken und welche Folgen all das haben kann.

Es ist kein Buch, dass einen erhobenen Zeigefinger darstellt. Den braucht es gar nicht, denn die Argumente und Beispiele sind so anschaulich, dass ich mir nur schwer vorstellen kann, dass man nach dem anhören immer noch Zweifel daran hat, ob man endlich etwas ändern sollte oder nicht. Und wer bereits dabei ist, findet hier vielleicht die ein oder andere Anregung, wie man anderen im Gespräch das Thema Klimawandel verständlich näher bringen kann.

5/5 Sterne

G E S E H E N

Brooklyn 99 (Serie)

Mein Selbstisolations-Binge-Watching-Tipp Nummer Eins! Denn es ist so wichtig, in Zeiten wie diesen das Lachen nicht zu vergessen. Und diese Serie bringt definitiv jeden zum lachen. Mich haben die fünf Staffeln, die aktuell auf Netflix verfügbar sind, zumindest gut unterhalten in den letzten zwei Wochen.

Es ist so ein bisschen, als wären die Kids aus Disney’s große Pause erwachsen geworden und würden alle gemeinsam in einem Polizeirevier arbeiten. Für Fans von New Girl, Modern Family und Scrubs.

5/5 Sterne

Oceans 8 (Film)

Acht Frauen planen gemeinsam den Raub einer millionenschweren Halskette auf der Met Gala. Und das ganz ohne Zickenkrieg, aber dafür mit absoluter Star Besetzung (Anne Hathaway, Rihanna, Cate Blanchett, Sandra Bullock….)

Ich fand den Film unterhaltsam und clever. Da ich die anderen Oceans X Filme nicht gesehen habe, kann ich sie hier jetzt nicht miteinander vergleichen. Finde es aber toll, dass man auch mal weiblichen „Gangstern“ eine Bühne geboten hat und das, ohne zu viele Klischees auszukommen.

4/5 Sterne

Nichts zu verbergen (Film)

Hierbei handelt es sich um die französische Version des Films „Das perfekte Geheimnis“. Sieben Freunde treffen sich zum Abendessen und spielen ein Spiel, bei dem jede/r sein Handy so auf den Tisch legen muss, dass alle eingehenden Nachrichten und Anrufe für alle sichtbar sind. Was dabei rumkommt, kann sich bestimmt jede/r am eigenen Beispiel ausmalen…

Der Film war sehr viel tiefgründiger und überraschender, als ich erwartet hatte. Ich mochte die Besetzung sehr gerne, auch wenn ich keine/n der Schauspieler/innen kannte. Ich mag das französische Flair des Films – irgendwie haben diese Filme oft eine andere Art der Vielschichtigkeit, ohne dabei übertrieben zu wirken. Es geht um Themen wie Vertrauen, Ehrlichkeit, Authentizität und Elternsein. Vor allem wird deutlich, wie viel von dem, was man eigentlich denkt und fühlt, man am Ende des Tages doch vor seinen engsten Vertrauten versteckt.

Wer „Das perfekte Geheimnis“ schon gesehen hat, kann diesen Film trotzdem anschauen, da es wohl ein anderes Ende gibt…

5/5 Sterne

TED Talk des Monats

Wenn wir bei den Büchern schon beim Feminismus sind und dort die Stimme einer Frau hören durften, möchte ich an dieser Stelle einen Mann zu Wort kommen lassen. Denn Feminismus geht uns alle etwas an, egal welchem Geschlecht wir angehören. Justin Baldoni hat das begriffen und gibt dem Zuschauer einen Einblick darin, warum Feminismus sich für uns alle einsetzt. Rollenbilder sind Konstrukte, unter denen auch Männer leiden, weil sie genauso toxisch sein können, wie diese, die es für Frauen gibt. Ich mochte seine wertschätzende Perspektive gegenüber seinen Mitmenschen sehr gerne und finde den Appell, den er an die Zuschauer richtet sehr wichtig. Aber schaut lieber selbst:

Für ausführlichere Rezensionen zu den Büchern, schaut gerne auf meinem Instagramprofil vorbei. Habt einen tollen Lesemonat April und bleibt gesund!


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