SOCIAL MEDIA MEETS MINDFULNESS – Konsum, der gut tut

Ahoj, Freunde des Internets, lasst uns doch heute mal ein bisschen darüber nachdenken, was wir hier eigentlich so tun, was das wiederum mit uns macht und ob das vielleicht alles noch ein bisschen besser geht.

Immer wieder lese ich davon, dass jemand ein „Social Media Detox“ eingelegt hat. Auch ich habe mir den letzten Monat mal die Zeit genommen, um eine Pause hier auf dem Blog zu machen. Und nicht nur ich, sondern auch die meisten anderen berichten durchaus positiv von dieser Erfahrung. Aber ehrlich gesagt, hab ich das Bloggen schon vermisst und ich würde sicherlich auch Social Media vermissen, würde ich mal eine zeitlang konsequent darauf verzichten. Aber nur weil eine Pause gut tut, beutet das im Umkehrschluss ja nicht, dass die Nutzung von Social Media schlecht sein muss. Wie bei so Vielem im Leben, kommt es hier neben dem „wie viel“ auch ganz besonders auf das „wie“ an. Dazu habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, die ich gerne mit euch teilen möchte.

Social Media Shaming?

Obwohl so gut wie jeder Mensch mittlerweile ein Smartphone besitzt, ist die Nutzung von Social Media so ein bisschen negativ konnotiert. Wahrscheinlich haben viele schon mal den Satz, „Jetzt leg doch mal das Handy weg und genieß den Moment“, gehört. Ich auf jeden Fall, genauso wie: „Wenn man alles nur durch eine Handkamera erlebt, dann nimmt man es ja gar nicht richtig wahr.“ Und ja, ein bisschen ist da was dran. Es gibt Momente, die sollte man einfach sein lassen und mal dem Dokumentations- und Mitteilungsdrang widerstehen. Aber warum gilt es als so uncool, wenn man sich gerne im Internet aufhält und dort seinen kleinen Space haben möchte, in dem man sich mitteilt und mit anderen austauscht?

Es scheint fast so, als sei die Sinnhaftigkeit von Social Media grundsätzlich fragwürdig. Das mag daran liegen, das im Internet offen gesagt ziemlich viel Schrott zu finden ist. Und leider muss auch ich immer wieder feststellen, dass eben diesem Schrott besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Daran bin auch ich nicht ganz unschuldig, weshalb ich klar sagen muss: Ich möchte etwas verändern.

Dem eigenen Konsum Sinn verleihen

Ich liebe es ja, stundenlang durch Pinterest zu scrollen und mich inspirieren zu lassen. Genauso gerne entdecke ich auf Instagram kreative Bildideen und bewundere die Fotokunst anderer Leute. Manchmal verliere ich mich aber auch darin und aus den ganzen Pinterest Inspirationen werden zwar prallgefüllte Pinnwände, aber nichts davon wird je wirklich ausprobiert. Auf Instagram herrscht ein derartiges Überangebot an tollen Fotos, hübschen Menschen und beeindruckenden Erlebnissen, dass mir mein eigener Account (und dazu noch mein eigenes Leben) total langweilig vorkommt. Wenn ich durch meinen Konsum dem Content anderer Leute so viel Platz gebe, dass mein eigener Space dadurch verdrängt wird, lässt mich das mit einem unschönen Gefühl zurück. Es scheint also tatsächlich ein zu viel zu geben und es ist wichtig, die persönliche Grenze zu kennen.

Klare Grenzen haben einen Vorteil, den man sich hier zu Nutze machen kann: Sie ermöglichen (Selbst-)Kontrolle. Es gibt ein „Bis hier hin und nicht weiter“, an das man sich halten kann. Für manche mag das ein Zeitlimit für die Social Media Nutzung sein, wieder andere folgen nur einer bestimmten Anzahl an Accounts, genauso kann man sich auch vornehmen, nur soundso viele Pins zu machen oder Likes zu verteilen. Ich persönlich habe mich dazu entschieden, Fragen zu formulieren, die mir dabei helfen, meine Grenzen festzulegen und zu kontrollieren. Dadurch sind die Grenzen zwar eher locker, aber ich kann sie jeweils an meine aktuelle Stimmung und den Tag anpassen. Sonntags ist zum Beispiel einfach mehr Zeit, um auch mal etwas länger durch den Feed zu scrollen, während an einem Montag auch mal so viel los sein kann, dass bereits eine halbe Stunde eigentlich schon zu viel ist und im gesamten Tagesverlauf Stress verursachen kann.

Welches Gefühl gibt mir das, was ich da konsumiere?

Für mich ist es wichtig sicherzugehen, dass es mir mit meinem Konsum gut geht. Das bedeutet aber nicht, dass ich nur die schönen und angenehmen Dinge konsumieren will. Inhalte, die vielleicht nicht ganz leicht zu verdauen sind, sind dafür lehrreich und tragen zu einem großen Ganzen bei, das wiederum gut ist und mir deshalb auch gut tut. Wenn ich aber merke, dass ich mich mit Personen oder Dingen konfrontiere, die in mir nur Ärger, Unmut oder Neid (lets be honest, ja, manchmal empfinde ich das) auslösen, dann möchte ich in Zukunft lieber einen Bogen darum machen.

Inspiriert mich das, was ich da konsumiere? / Was lerne ich daraus?

Content nur auf dessen Lerngehalt zu überprüfen, finde ich nicht ganz richtig. Denn manchmal ist es auch okay, sich einfach berieseln zu lassen. Ein Problem der sozialen Netzwerke ist das Überangebot an eigentlich allem, was man sich nur vorstellen kann. Wenn ich also Lust habe, mein Wohnzimmer umzugestalten, finde ich dazu auf Pinterest mehrere Tausend Inspirationsquellen. Was bringen mir jedoch Bilder von Wohnzimmern, die zehnmal so groß sind wie meines? Verliere ich mich gerade in etwas, das mich gar nicht weiterbringt und die Inspiration für MEIN Leben nur vortäuscht? Kann ich überhaupt etwas für mich mitnehmen, aus dem, was ich da konsumiere?

Entspricht das, was ich da konsumiere, der Realität?

Zwischen Verschwörungstheorien und Fake News ist es manchmal nicht mehr ganz so einfach, Inhalte zu differenzieren. Es wird gern so getan, als wäre alles im Internet nicht echt (als könnten Kommentare unter einem Bild nicht wirklich verletzen…), aber Tatsache ist, das Internet ist ein Teil unserer Realität – wenn aber etwas, das dort zu finden ist, dieser nicht entspricht, weil jemand Lügen verbreitet oder Tatsachen verzerrt, dann ist es vermutlich besser, sich davon fernzuhalten und diesen Inhalten keinen Raum zu gewähren.

Möchte ich mich wirklich von dem beeinflussen lassen, was ich da konsumiere?

Alles was wir hören und sehen, was sich in unser Bewusstsein schleicht, beeinflusst uns. Ich sortiere immer wieder unter den Accounts aus, denen ich so folge, weil ich früher oder später feststelle, dass sich darunter auch solche befinden, die eigentlich weder meinen Werten noch meinen Zielen entsprechen. Wenn ich mit der Person hinter einem Account weder befreundet sein möchte, noch etwas wichtiges von ihr lernen kann, dann wäre sie abseits des Internets vermutlich auch nicht Teil meines Lebens und erst recht würde ich keine Zeit damit verbringen, dieser Person zuzuhören oder zuzusehen. Das klingt vielleicht hart, aber ich denke es ist wichtig, sich von dem zu lösen, was in Wahrheit nur Ballast ist. (Und nirgends lässt es sich so leicht von Ballast befreien, wie im Internet!)

Gibt es etwas, das ich gerade eigentlich viel lieber tun würde?

Zwei Dinge: Das Internet macht süchtig und der Mensch ist auch dazu geneigt, Dinge zu prokrastinieren, die er eigentlich gerne tut. Wenn ich also ehrlich zu mir bin und mir eingestehen muss, dass ich viel lieber in meinem Buch weiterlesen würde, als durch Instagram zu scrollen, dann werde ich auch genau das tun.

Quick Reminder: Ich bin vollkommen freiwillig auf Social Media unterwegs!

Ich mache das hier nicht beruflich und wenn du das auch nicht tust, dann sei dir bewusst, dass du dich vollkommen freiwillig auf Social Media befindest. Du hast also das Recht, diese Aktivität so zu gestalten, wie du es gerne möchtest. Feel free to unfollow or follow whoever you like! Post whatever you want! Use it as much as you want! Stelle sicher, dass du gut mit dir selbst umgehst und dein Konsum an deine Selbstachtung, deine Werte und deine Wünsche angepasst ist.

Mucho Love

Pia


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s