HEALTHY CHANGES – DREI GEWOHNHEITEN, DIE ICH IN MEINEM ALLTAG ETABLIEREN MÖCHTE

Der Monat Mai ist dem Thema „Mental Health Awareness“ gewidmet. Auf den Social Media Plattformen tummeln sich alle möglichen Mantras und Grafiken rund um die mentale Gesundheit, viele Menschen teilen persönliche Geschichten und geben Tipps.

Ich ertappe mich oft dabei, wie ich diese Beiträge zwar interessiert lese, aber selten etwas davon aktiv für mich selbst herausziehe und anschließend in meinem Leben verändere. Vielleicht, weil noch nicht der richtige Tipp für mich dabei war? Oder weil es leichter ist, alte Muster beizubehalten? Auch Dinge die schon lange nicht so gut laufen in unserem Leben sind Gewohnheiten, und Gewohnheiten schaffen Sicherheit. Dabei finde ich es eigentlich ziemlich wichtig, meine mentale Gesundheit zu pflegen. Also, in der Theorie. Und dann, wenn ich anderen Leuten einen Rat gebe. Aber so wirklich umsetzen kann ich das für mein eigenes Leben nicht immer.

Das mag daran liegen, dass ich (auch wenn gerade keine Pandemie und Lockdown angesagt sind), wenig Struktur in meinem Alltag habe. Ich habe keinen 9 to 5 Job und meine Vorlesungen an der Hochschule geben auch nicht wirklich etwas Sinnvolles her. Aber hey, wer sagt denn, dass ich gleich mein ganzes Leben umstrukturieren muss? Ich bin sowieso eher ein Fan von Babysteps. Es geht mir eher um die kleinen Dinge, die ich langsam und eines nach dem anderen angehen kann. Dazu gehören Gewohnheiten, die sich bereits eingeschlichen haben, aber leider eher negative Auswirkungen haben. Und auch ganz neue Gewohnheiten, die mir hoffentlich gut tun werden.

DRY BRUSHING

Warum?

Dry Brushing (dt. Trockenbürsten) ist auch eines dieser Social Media Phänomene, das mir immer wieder bei unterschiedlichen Menschen, die im Bereich Body und Health unterwegs sind, begegnet ist. Es handelt sich dabei um das Bürsten der trockenen Haut – und zwar am ganzen Körper.

Trockenbürsten soll einige positive Auswirkungen auf den Körper und auch die mentale Gesundheit haben: Durch das Bürsten der trockenen Haut werden tote Hautzellen gelöst – es ist quasi wie eine Art Peeling und offenbart die neue und weiche Haut, die sich darunter verbirgt. Dabei regt es auch noch die Durchblutung an und bringt das Lymphsystem ins Laufen. Dieses wiederum sorgt dafür, dass Giftstoffe im Körper zu den Organen transportiert werden, die sich derer annehmen – Dry Brushing soll also auch entgiftend wirken. Durch die allgemein stimulierende Wirkung, kann das Bürsten auch Stress abbauen und soll somit auch einen positiven Effekt auf die mentale Gesundheit haben.

Wie?

Wie bereits erwähnt, bürstet man beim Dry Brushing den gesamten (trockenen) Körper mit einer Körperbürste mit Naturborsten ab – am besten unmittelbar vor dem Duschen oder Baden.

Dabei beginnt man an den Füßen und arbeitet sich mit gezielten und kurzen Strichen mit ein wenig Druck den Körper herauf voran. Dabei immer in Richtung des Herzens bürsten! Nach den Füßen und Beinen folgen die Hände, Arme, dann der Rücken, die Schultern und schließlich der Bauch, der gegen den Uhrzeigersinn gebürstet werden soll.

BEWUSSTER ESSEN

Warum?

Eins der Highlights meiner ersten eigenen Wohnung war es, endlich ungestört vor dem Fernseher essen zu können. Es scheint ja auch irgendwie das Maximum der Gefühle zu sein, mit dem Lieblingsessen bequem auf der Couch zu sitzen und sich die Lieblingsserie reinzuziehen. Aber ich merke an mir selbst sehr gut, dass das ganze mehrere negative Auswirkungen hat:

Ich nehme weder das Essen noch meine Serie wirklich bewusst wahr. Multitasking ist halt doch nur eine Illusion. Außerdem esse ich viel schneller und viel mehr als sonst. Ratzfatz ist der Teller leer, ohne, dass ich mitbekommen habe wie das überhaupt passiert ist. (Wie denn auch, musste ja bei der Serie aufpassen und hatte gar keine Zeit, um mein Essen wirklich zu betrachten). Durch die Bequemlichkeit der Situation, greife ich oft zu ungesünderem Essen – man gönnt sich ja sonst nichts.

Wie?

Ganz einfach: Gegessen wird am Esstisch und der Fernseher bleibt aus. Dabei geht es mir um die drei Hauptmahlzeiten des Tages. Ich LIEBE Essen und möchte es auch ausreichend wertschätzen, indem ich ihm so viel Aufmerksamkeit schenken wie möglich. (Popcorn und Chips bleiben natürlich weiterhin Couchfood – es geht hier nicht darum, mir das Genießen zu verbieten sondern ganz im Gegenteil, es richtig zu tun!)

EIN HANDYFREIER MORGEN

Warum?

Ich weiß gar nicht mehr wie oft es schon vorgekommen ist, dass mir der morgendliche Blick aufs Handy direkt die Laune vermiest hat. Besonders in letzter Zeit, in der permanent neue Hiobsbotschaften auf die Welt eingeprasselt sind und en masse über das Internet verbreitet, verfälscht und überdramatisiert wurden. Wenn ich morgens, fünf Minuten nach dem Aufwachen, bereits an Neuigkeiten für den Tag gesättigt bin, kann das ja nur eine schwermütige Angelegenheit werden. Das bezieht sich nicht nur auf schlechte Nachrichten. Dass Social Media die eigene Stimmung beeinflusst ist nicht neu. Dass das ständige konsumieren des „Leben der anderen“, hat einen Einfluss darauf, wie man das eigene Leben wahrnimmt und bewertet. Morgens also direkt eine Ladung unterschwelliges Judgement gegen das eigene Leben… vielleicht nicht die beste Idee.

Warum ich morgens aber in 99% der Fälle doch als allererstes mein Handy in die Hand nehme liegt daran, dass ich mir angewöhnt habe, so aufzuwachen. Wenn ich mich nicht mit meinem Handy beschäftige (oder vor meinem Haus gerade eine Baustelle lärmt), fallen mir die Augen einfach wieder zu. Hierfür muss also eine Lösung her.

Wie?

Ein Wecker muss her und mein Handy damit in seiner Weckfunktion ersetzen. Das Schlummerproblem muss dann durch eine weitere neue Angewohnheit gelöst werden. (Ich probiere aus und berichte…) Mein Ziel ist es, erst nach dem Frühstück meine Social Media Kanäle zu checken.

Ich weiß, dass viele Menschen einen eher hektischen Alltag haben. Sei es, weil sie (kleine) Kinder haben, einen zeitintensiven Job haben oder vielen anderen Terminen und Verpflichtungen nachgehen müssen. Diese drei genannten Angewohnheiten haben alle etwas Entschleunigendes an sich und dienen dazu, den Körper und die Umwelt bewusster wahrzunehmen. Das kann nicht in jeder Lebenslage positiv sein.

Ich halte es für falsch, sich Angewohnheiten anzueignen, weil sie für andere gut funktionieren und einen positiven Effekt haben. Es ist wichtiger, sich mit sich selbst und den eigenen Bedürfnissen auseinanderzusetzen, herauszufinden, was einem gut tut oder eben auch nicht. Das Ganze ist kein Wettbewerb – „Who is the best at self-care?“ oder „Who lives the most mindful life“. Wenn du aber etwas verändern willst, dann kannst du auch erstmal eine Angewohnheit auswählen, die du verändern oder neu etablieren möchtest. Und ganz wichtig: Tu es für DICH! 🙂


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